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Zukunft wagen – Ein Plädoyer für mutige Visionen

Vom Lösen aktueller Probleme zu positiven Zukunftsvisionen

Was wir brauchen, sind positive Zukunftsvisionen. Denn ein Blick in die Geschichte zeigt, dass positive Zukunftsvorstellungen seit jeher eine wichtige Funktion einnehmen. Sie geben Menschen Mut und Orientierung – insbesondere in Zeiten komplexer Herausforderungen. Nicht umsonst sind viele Visionen und Utopien in der Vergangenheit in Zeiten großer Veränderungen entstanden (Lenzen 2017).

Positive Visionen geben Menschen Mut und Orientierung

 

Auch uns stehen große Umbrüche bevor, vielleicht sind wir schon mittendrin. Aber anstelle uns einen Augenblick Zeit zu nehmen, um zu ergründen, in welche Richtung wir uns eigentlich verändern wollen, stolpern wir vielen Entwicklungen nur noch hinterher. Doch um die anstehenden Herausforderungen zu meistern, brauchen wir einen fundamentalen sozialen, ökologischen und ökonomischen Wandel – eine  „völlig neue Art, über Städte nachzudenken, sie zu planen und zu bauen“ (Schreiber 2016).

Wie kommen wir wieder zu mutigen Zukunftsvorstellungen?

Nur wie kommen wir dahin? Schließlich fällt uns das Nachdenken über die Zukunft schwer, insbesondere über eine, die nicht nur einer Fortsetzung der Gegenwart gleicht – sondern dort beginnt, wo das Morgen aufhört. Rein kognitiv kommen wir hier schnell an unsere Grenzen und verfallen in gewohnte Denkmuster.

 

Stellt sich also die Frage: Wie und wo sollen die mutigen Visionen für die Städte der Zukunft entstehen? Thomas Macho, Professor für Kulturgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin, erklärt, es bedarf „(…) Zeit, Gelegenheiten, den Mut zu Gedankenexperimenten, zum Ausprobieren, zur Kreativität, zum Spielerischen, auch zum Irrtum. (…) Irrtümer kann man korrigieren, wenn man damit experimentiert hat, aber wenn man von vornherein Angst hat, etwas falsch zu machen, dann verliert sich auch der Mut zu Kreativität und Fantasie ganz rasch“ (Lenzen 2017: 44).