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Wir brauchen keine Megacities, sondern ein „Internet of Spaces“

Möglichkeitsräume statt Wohnräume

Tiny Houses sind keine Alternative zum Wohnungsbau. Aber hier kommt eine weitere Wahrheit: Der herkömmliche Wohnungsbau selbst ist auch keine Lösung. Zumindest nicht, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Und auch wenn ein Tiny House nicht als Wohnungsersatz taugt, so macht es doch eine gute Figur als Alternative zum parkenden Auto. Allein in Berlin verwalten die Behörden mehr als 100.000 Stellplätze. Aus Parkraumbewirtschaftung könnte die Bewirtung von Menschen werden. Es wird Zeit, dass die Behörden aus Parkraum für Autokonzerne Lebensräume für Nachbarn machen.

 

Wenn der Individualverkehr erstmal aus der Innenstadt verbannt ist, wird auch viel Raum frei. Stadtplaner wie Jan Gehl wissen schon lange, dass Fahrräder Vorrang vor Autos haben sollten. Und Menschen Vorrang vor Fahrrädern.

 

„Wie würde eine solche Welt aussehen? Eine Stadt, in der es keine Bewohner mehr gibt, sondern nur noch Nachbarn.“

Mit Tiny House Villages wird auch jenseits der Faszination des minimalistischen Lebensstils eine neue Spielart des Städtebaus möglich: Der flexible Städtebau. Nachbarschaften und kleine Viertel entstehen, ohne dass Bauland erforderlich ist. Ohne teure und langwierige Masterpläne, ohne Alibi-Bürgerbeteiligungen. Ein Parkplatz reicht.

 

Siemens und andere Industrielle haben einst Wohnviertel für ihre Arbeiter gebaut. Die Konzerne von morgen könnten Tiny House Villages ermöglichen. Sie wären überall auf der Welt verstreut. Es gebe nur eine Regel: Kein Tiny House darf rein privat genutzt werden. Es muss ein öffentliches Angebot geben. Nur wer nachbarisiert, darf den öffentlichen Raum in Anspruch nehmen. Wie würde eine solche Welt aussehen? Eine Stadt, in der es keine Bewohner mehr gibt, sondern nur noch Nachbarn.