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Willkommen in Übermorgen

 

Kommen Sie, ich zeige Ihnen mal das Geschäftsviertel.

Martin Kath – adelphi

Das wird Ihnen gefallen. Neben Fußgängern sind auch etliche Fahrradfahrer unterwegs. Eine jüngere Frau wundert sich über die fehlenden Autos und fragt, wie die Menschen längere Distanzen zurücklegen würden? Wir haben in ein intelligentes, unterirdisches Verkehrssystem investiert. Ein Personal-Rapid-Transit-Netz (PRT), was eine Mischung aus Individualverkehr und öffentlichem Verkehr darstellt. Alle Fahrzeuge werden mit Wasserstoff, Magnetkraft oder elektronisch betrieben.

 

Wir waren damals selber überrascht, dass sich die meisten Bürger eine autofreie Stadt wünschten. Immerhin entsprach das nicht den gängigen Denkmustern. Wir konnten uns das nur so erklären, dass unser Ansatz über die Ebene der Sinne noch einmal stärker die Bedürfnisse der Menschen nach Ruhe und Natur zum Vorschein brachte. Die meisten wollten nicht, wie die Bewohner vieler anderer Städte, im Stau ersticken und ihre Zeit hinterm Steuer vergeuden. Sondern eine natürliche Klangkulisse, aber auch die Freiheit der schnellen Fortbewegung. Das haben wir versucht, mit dem unterirdischen PRT-System zu lösen.

 

Eine Teilnehmerin staunt derweil über die Vielfalt der Architektur und streicht über die von Seidenraupen gewebte Hausfassade. Viele Gebäude ragen in die Höhe, aber keines gleicht dem anderen: Wir sind umgeben von Algen- und Holzfassaden, sanften und abwechslungsreichen Materialitäten, grünen Terrassen und Dächern, gebogenen Türmen und fantasievoll übereinander gestapelten Stockwerken. Ein buntes Zusammenspiel verschiedener Elemente, die ein gemeinsames Puzzle bilden.

 

Martin Kath – adelphi

„Was ist das da drüben?“, fragt eine Teilnehmerin. Dort befindet sich unser Wissensspielplatz für Jung und Alt. Einige Kinder sitzen gemeinsam mit einer Gruppe von Studierenden und Wissenschaftlerinnen in einem Klettergerüst und experimentieren mit neuen Bewässerungssensoren. In jedem Viertel gibt es solche generationsübergreifenden Lernorte. Vielerorts ist Alterssegregation ein großes Thema. Unsere Hoffnung ist, mithilfe solcher Begegnungsorte eine Brücke zu schlagen zwischen Jung und Alt, aber auch zwischen Wissenschaft und praktischer Erfahrung.