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Mehr Sinnlichkeit wagen!

 

Ebenso wie die Überwindung von Demokratiedefiziten die (wissenschaftliche) Entwicklung und (praktische) Erprobung neuer demokratischer Institutionen und partizipativer Verfahren bedurfte und weiterhin bedarf, erfordert die Adressierung von Sinnlichkeitsdefiziten bei der Gestaltung nachhaltiger Entwicklung Innovationen in Wissenschaft und Praxis. Konzeptionelle und methodische Ansätze einer sensorischen Nachhaltigkeitsforschung können dazu beitragen, die multisensorischen Erfahrungswirklichkeiten von Menschen mittels ethnographischer und kunstbasierter Methoden zu explorieren sowie in experimentellen Praxisprojekten Reflexionen zu ermöglichen und neue Perspektiven zu eröffnen. Vereinzelte wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Initiativen reichen aber nicht für eine sinnlich-ästhetische Wende in der Zukunftsgestaltung. Wir brauchen eine sinnlich-ästhetische Wende in der Zukunftsgestaltung

 

Analog zur Etablierung der wissenschaftlichen Politikberatung in den vergangenen Jahrzehnten sowie zur Institutionalisierung von Öffentlichkeitsbeteiligung und Partizipationsverfahren bedarf es der professionellen und routinierten Einbindung sinnlich-ästhetischer Dimensionen in nachhaltigkeitsorientierten Gestaltungsprozessen. Nicht nur die Wissenschaft und Zivilgesellschaft, sondern vor allem die Politik – insofern sie Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger fördern möchte – ist deshalb gefordert, mehr Sinnlichkeit zu wagen!

 

 

Literatur:

 

Heinrichs, H. (2018): Sustainability Science with Ozzy Osbourne, Julia Roberts and Ai Weiwei: The Potential of Arts-Based Research for Sustainable Development. GAIA, 27,1, pp. 132-137.

 

Heinrichs, H. (2019): Strengthening Sensory Sustainability Science – Theoretical and Methodological Considerations. Sustainability, 11, 3, 769.